Gründe für das jahrgangsübergreifende Lernen
Jahrgangsmischung
Die Arbeit in der altersgemischten Stammgruppe bietet viele Vorteile:
- Schulneulinge wachsen mit dem ersten Schultag in eine vorhandene Gruppentradition hinein. Sie können sich sozial vielfältig engagieren - über die Orientierung am Lehrer hinaus, der ihnen drei Jahre als pädagogischer Partner erhalten bleibt.
- Für die in der Stammgruppe verbleibenden Schüler verändert sich notwendig ihre eigene Rolle: sie erreichen das nächste Schuljahr, übernehmen neue Verantwortungen, können aber auch Traditionen an die jüngeren Schüler weitergeben und beim Einleben helfen. Es entstehen Chancen für neue Freundschaften.
- Aufgrund der verschiedenen altersgemäßen Lernbedingungen entwickeln sich viele natürliche Lernsituationen. Man lernt durch gemeinsame Erfahrungen; anderen helfen und sich helfen zu lassen werden selbstverständlich, ja sogar notwendig. Konkurrierendes Lernen wird eher vermieden und ersetzt durch die Notwendigkeit, unterschiedliche Leistungsfähigkeiten, auch unterschiedliches Lerntempo, anzuerkennen.“ Quelle: http://www.jenaplanschule.jena.de
Einige Punkte zur Konkretisierung:
- Heterogenität ist immer vorhanden – die scheinbar gleiche Lerngruppe eines Jahrgangs gibt es nicht.
- Heterogenität ist in unseren Lernformen eine Chance und eine Hilfe – kein Hindernis.
- Durch die Einführung des jahrgangsübergreifenden Unterrichts wird diese Erkenntnis konsequent fortgesetzt und neue Möglichkeiten des „Miteinanders“ geschaffen:
Für leistungsstärkere Schüler bedeutet das z.B. konkret:
- Der Lernstoff des Folgejahrgangs kann bei Bedarf früher bearbeitet werden.
- Bereits erarbeiteter Stoff kann wiederholt und gefestigt werden. „Das, was ich jemandem anders erklärt habe, habe ich wirklich tiefgehend verstanden.“
Für leistungsschwächere Schüler bedeutet das z.B. konkret:
- Mit dem Abschluss eines Schuljahres ist der Lehrstoff nicht verschwunden, sondern kann ohne Aufwand auch noch später erarbeitet werden.
- Es stehen durch ältere Mitschüler Helfer zur Verfügung, die u.U. ähnliche Schwierigkeiten bei der Erarbeitung des Stoffes hatten und so mit ihren Worten die Schüler viel besser erreichen können.
Für alle Schüler bedeutet das z.B. konkret:
- Eine Erweiterung des eigenen Horizontes und ein Zuwachs an sozialen Lernmöglichkeiten und an sozialer Kompetenz.
„In altersgemischten Lerngruppen (...) entwickeln die Schüler und Schülerinnen ihre soziale Kompetenz, lernen Verantwortung zu übernehmen und in unterschiedlichsten Gruppen zu arbeiten. Ältere geben ihre Erfahrung an Jüngere weiter und vertiefen im Lehren ihr eigenes Wissen. Jüngere lernen von den Älteren mit Worten, die sie verstehen. Die Kinder und Jugendlichen erleben miteinander viel gegenseitige Hilfe, Unterstützung, Anregung und Zusammenarbeit und dafür weniger Konflikte. Das Lernklima in allen Gruppen ist entspannt, und es entstehen sehr viele jahrgangsübergreifende Freundschaften und Kontakte.“
Quelle: http://www.potsdam-montessori.de
