Jahrgangsübergreifendes Lernen am Standort Brokstraße
Mit Beginn des Schuljahres 2007/08 wurde für die beiden neuen 5. Klassen am Standort Brokstraße die Unterrichtsstruktur verändert mit dem Ziel, die Selbstständigkeit und der Eigenverantwortung der Schüler weiter zu stärken.
Zwei große Akzentverschiebungen gegenüber der bisherigen Arbeit prägen dies Projekt:
- die Art der Stoffvermittlung. Sie kann mit dem Begriff vom Fach zum Thema beschrieben werden.
- die neue Zusammensetzung der Lerngruppen. Keine altershomogene Klassen, sondern jahrgangsübergreifende Gruppen.
Konkret wurde der Unterricht in die Phasen Start, Lernbüro, Projekte und Werkstätten aufgeteilt. Im Schuljahr 2010/11 wurde der Aufbau des „Unterbaus“ abgeschlossen: In insgesamt 6 Lerngruppen werden jeweils etwa 8 Schüler der Jahrgänge 5, 6 und 7 – zusammen also 24 SchülerInnen - unterrichtet. Drei Lerngruppen bilden das „Unterhaus“, die anderen drei Lerngruppen das „Oberhaus“ (s.u.: „Altersmischung“)
Inspiriert wurde dieses Vorhaben von der Neustrukturierung der Gesamtschule Winterhude in Hamburg.
Überblick - Jahrgangsübergreifendes Lernen am Standort Brokstraße
Grundlage für die Weiterentwicklung der Unterrichtsstruktur am Standort Brokstraße bleiben die Punkte, die bisher die Basis der Arbeit der Gesamtschule Mitte darstellen. Davon ausgehend werden einige Bereiche vertieft bzw. weiter ausgebaut.
Die Säulen des jahrgangsübergreifenden Lernens

Jeder Unterrichtstag beginnt an 4 Tagen mit dem Start, in dem einer der beiden Tutoren („Klassenlehrer“) die Schüler der Stammgruppe begrüßt, Konflikte klärt, den Tag plant usw. Diese Phase dauert 30 bzw. 45 Minuten.
Eine weitere Säule ist das Lernbüro. Hier erarbeiten in vorbereiteten Lernumgebungen und unter Anleitung des entsprechenden Fachlehrers die Schüler selbstständig Inhalte der Fächer Englisch, Mathematik und Deutsch. Die Klassenräume werden in diesen Phasen zu Fachräumen, in denen das Material der Fächer bereit steht. Die Lernbüros sind – getrennt nach Oberhaus und Unterhaus - stammguppenübergreifend, die Schüler entscheiden sich täglich, in welchem Lernbüro sie arbeiten wollen. Ergänzt wird das Lernbüro durch fachintensiv-Phasen: Diese finden dreimal jährlich in den Lernbürozeiten statt und dienen beispielsweise dazu, den mündlichen Bereich im Fach Englisch oder die Begriffsbildungen im Fach Mathematik im Rahmen von Unterrichtsgesprächen u.ä. zu entwickeln.
Ein zentrales Element dieser Struktur sind die Projekte, in dem das Motto „Vom Fach zum Thema“ umgesetzt wird. Hier fließen Lerninhalte u.a. der Fächer Deutsch, WUK, NW, Mathematik, Englisch, Kunst usw. ein. Die Projekte bestehen zunächst immer aus einem „Pflichtteil“ und dem Bereich „eigenes Thema“. Alle Ergebnisse werden präsentiert: vor den Mitschülern, dem „Haus“, den Eltern usw.

Die Werkstätten kommen aus den Bereichen Wirtschaft-Arbeit-Technik, Kunst, Musik, Sport und Naturwissenschaften. In diesem Band wird auch die 2. Fremdsprache angeboten. Hier können die Schüler – nach bestimmten Vorgaben – unter unterschiedlichen Angeboten wählen.

Begleitet wird der gesamte Unterricht von einer engen Zusammenarbeit zwischen Schülern, Lehrern und Eltern. Ein Instrument hierfür ist u.a. das Lerntagebuch, in dem
- die Schülern täglich ihre Arbeit planen und reflektieren;
- Bereiche für die Kommunikation zwischen Eltern und Lehrern vorhanden sind;
- ein Überblick über die Projekte und die erledigten Aufgaben in diesem Bereich gegeben ist;
- die Arbeit im Lernbüro dokumentiert wird, u.a. in der Form, dass hier die Bausteine, die bearbeitet werden sollen, aufgeführt und nach deren Bearbeitung entsprechend gekennzeichnet werden;
- die Beratungsgespräche (s.u.) zwischen dem Schülern und seinem Tutor dokumentiert werden.
Unverändert bleiben – losgelöst vom Lerntagebuch – die Lernhefteinträge (jetzt "Zertifikate") und die Lernentwicklungsberichte.
Etwa alle vier Wochen findet zwischen je einem Schüler und einem Lehrer (seinem Tutor) ein Beratungsgespräch statt. So wird die Entwicklung des Schülers kontinuierlich begleitet. Diese Gespräche werden im Lerntagebuch protokolliert.
Im Schuljahr 2010/11 wurde die endgültige Altersmischung mit den Jahrgängen 5, 6 und 7 eingeführt.
- Es wurden 6 Stammgruppen gebildet, bei denen je ein Drittel der Schüler aus den Jahrgängen 5, 6 und 7 kommen.
- Die 6 Stammgruppen wurden in ein „Unterhaus“ und ein „Oberhaus“ aufgeteilt.
- Start und Projekte finden weiterhin in den Stammgruppen statt.
- Die Lernbüros finden stammgruppenübergreifend getrennt nach Unterhaus und Oberhaus statt.
- Die Werkstätten werden für alle 6 Stammgruppen angeboten.
- In den Werkstätten wird die 2. Fremdsprache (Französisch und Spanisch angeboten).
- Sport und Arbeitsgemeinschaften sind in die Werkstätten integriert.
In den Schuljahren 2011/12 bis 2013/14 wird Schritt für Schritt die Altersmischung auf die Jahrgänge 8, 9 und 10 übertragen.
